Bericht Infoveranstaltung in Bötzingen am 24. Juli 2023

Große Resonanz für Energiewende in Bürgerhand

Im Bürgersaal des Rathauses in Bötzingen versammelten sich zahlreiche Ortsansässige auf Einladung von „Gemeinsam für Morgen“, um sich über die Möglichkeiten der Beteiligung an der Energiegenossenschaft Bürgerenergie Kaiserstuhl zu informieren.

Auf Einladung des Bötzinger Vereins „Gemeinsam für Morgen“ informierte die Bürgerenergie Kaiserstuhl (BEKA) am 24. Juli 2023 über die Möglichkeiten zur Unterstützung der Energiewende vor Ort. 50 Teilnehmer verfolgten die Ausführungen und zeigten ihr großes Interesse durch viele Fragen und Beiträge. Die Vorstände von Verein und Genossenschaft zeigten sich sehr zufrieden, gab es doch bereits am Abend einige Absichtserklärungen 

Gemäß seines Ziels, Denkanstöße und konkrete Ideen für die Ausrichtung einer nachhaltigen
Lebensweise zu erarbeiten und umzusetzen, hatte der Bötzinger Verein „Gemeinsam für
Morgen“ zur Informationsveranstaltung „Energiewende in Bürgerhand“ in den Bürgersaal des
Rathauses in Bötzingen gebeten. 50 Interessierte, unter ihnen Bürgermeister Dieter
Schneckenburger und Klimaschutzmanagerin Kinga Kajewski waren der Einladung gefolgt.
Die Bürgerenergie Kaiserstuhl (BEKA) habe das Ziel, den lokalen Ausbau der erneuerbaren
Energien am Kaiserstuhl zu ermöglichen. Insofern verfolge man gemeinsame Ziele, so der
Vorsitzende Dominik Krakutsch bei seiner Begrüßung. Es habe Vorgespräche zu
Möglichkeiten einer Zusammenarbeit gegeben. Welche dies seien, solle vorgestellt und
diskutiert werden.
Die BEKA ist eine Energiegenossenschaft. Deshalb präsentierte Gründungsmitglied und
Aktiver Armin Bobsien zunächst die Prinzipien einer Genossenschaft, ihre Struktur und die
Aufgaben ihrer Gremien. Co-Vorstand Achim Lott erläuterte dann den Werdegang der BEKA,
ihre Gründung in Endingen, ihre vergangenen Projekte und vor allem ihre regionale Zukunft.
Die habe mit dem aktuellen Projekt zur Entwicklung einer Photovoltaikanlage auf dem Dach
des Betriebshofes in Riegel bereits begonnen. Die Unterstützung dort sei groß, könnten doch
Bürgerinnen und Bürger die Energiewende in Riegel durch eine Mitgliedschaft in der BEKA
aktiv mitgestalten. Die PV-Anlage wird im Dezember diesen Jahres ans Netz gehen.
Co-Vorstand Armin Schmidt warb in seinen Ausführungen um neue Mitglieder. Ein Anteil
koste nun 100 Euro, was die Eintrittshürde finanziell deutlich senke. Vielleicht sei ein Anteil
als Geschenk zur Geburt ja auch eine gute Idee. Gleichzeitig warb Schmidt für die Mitarbeit
in den Gremien der Genossenschaft. Jeder sei willkommen, um die erforderlichen Kenntnisse
möglichst vollständig abdecken zu können. Interessierte sollten sich direkt beim Vorstand melden. Die im Herbst anstehende Generalversammlung werde dann die Gremien
bestimmen. Neben Aufsichtsrat und Vorstand solle es zukünftig auch lokale Beiräte in den
Gemeinden geben. Die Mitglieder dieser Beiräte sollten gut vernetzt sein und könnten durch
ihr Engagement die lokale Identifikation mit den Projekten der Bürgerenergie Kaiserstuhl
steigern.
Anschließend gab es eine rege Fragerunde. So wollte Bürgermeister Schneckenburger
wissen, ob auch eine Gemeinde Mitglied in der BEKA werden könne. Dies wurde bejaht, auch
Riegel sei bereitsMitglied. Auf die Frage, an wen die BEKA den erzeugten Strom verkaufe,
erklärte Lott, dass die Anlage als EEG-Volleinspeiseanlage im Netz der Netze BW betrieben
werde. Gleichzeitig äußerte er aber auch die Hoffnung, dass das „Energy-Sharing“ bald
möglich werde. Dann könne der lokal erzeugte Strom auch direkt lokal genutzt werden nach
dem Motto „Der Strom des Dorfes für das Dorf“.
Zur Art der Projekte äußerten Schmidt und Lott, dass die BEKA nicht nur als Betreiber von
Projekten auftrete, sondern auch als Finanzier für private Initiativen agieren könne.
Voraussetzung sei hier die Mitgliedschaft in der Genossenschaft. Die Frage, ob es
Überlegungen zur Priorisierung von lokalen Projekten gäbe, verneinte der Vorstand der
BEKA. Erst wenn die Situation tatsächlich entstehe, dass die finanziellen Mittel nicht
gleichzeitig für mehrere Projekte reichten, müsse priorisiert werden. Die finanzielle Situation
sei aber sehr gut, das aktuelle Projekt werde ohne Kreditaufnahme realisiert.
Auch zu den Themen Energiespeicher und Windenergie gab es Fragen. Man habe beide
Themen im Blick. Bisher seien aber noch keine Projekte mit Energiespeicher umgesetzt
worden. Im Vergleich zur Photovoltaik seien Windenergieprojekte sehr viel teurer, was den
finanziellen Rahmen derzeit sprengen würde. Man könne jedoch gegebenenfalls als BEKA
Mitglied in einer Windenergiegenossenschaft werden.
Die Vorstände von „Gemeinsam für Morgen“ und der Bürgerenergie Kaiserstuhl zeigten sich
sehr zufrieden mit der Resonanz auf die gemeinsame Veranstaltung. Sie sind davon
überzeugt, dass es auch in Bötzingen bald viele neue Mitglieder der Energiegenossenschaft
geben werde und sie ihre begonnene Zusammenarbeit erfolgreich fortsetzen können.