Bötzingen. Über 25 interessierte Bürgerinnen und Bürger folgten am Montagabend der Einladung in den Begegnungsraum „Mittendrin“ in der Hauptstraße. Die Bürgerenergie Kaiserstuhl eG (BEKA) hatte zu einem Vortrag über Agri- und Viti-Photovoltaik eingeladen – ein Thema, das angesichts von Klimawandel und Flächendruck an Bedeutung gewinnt.
Der BEKA-Ortsgruppensprecher Dominik Krakutsch begrüßte die Anwesenden und dankte bereits zu Beginn allen Beteiligten für die umfangreiche Vorarbeit und Organisation der Veranstaltung. Anschließend stellte Renate Koch-Schöpflin vom Kompetenzteam Öffentlichkeitsarbeit der BEKA die Genossenschaft vor. Sie informierte über die Gründung, Ziele sowie über wichtige Daten und Fakten der Bürgerenergiegenossenschaft und betonte deren Engagement für eine regionale und bürgernahe Energiewende.
Den fachlichen Schwerpunkt des Abends setzte Bernd Schmidt, BEKA-Vorstand Technik mit seinem Vortrag zur Agri- und Viti-PV. Er erläuterte unterschiedliche Bauformen, Aufständerungs- und Schwenksysteme sowie deren Vor- und Nachteile. Auch wirtschaftliche Aspekte und Investitionskosten wurden angesprochen. Schmidt zeigte auf, welche Einsatzmöglichkeiten sich im Weinbau, Obstbau, auf Grünland und Ackerflächen ergeben können und welche Voraussetzungen für den Bau solcher Anlagen notwendig sind.
Anhand konkreter Beispiele wurde deutlich, dass gerade in Bötzingen interessante Perspektiven bestehen. Durch das noch offene Umlegungsverfahren könnten neue Flächenzuschnitte entstehen, die sich für eine kombinierte Nutzung von Landwirtschaft und Photovoltaik eignen. Schmidt verwies zudem auf strukturelle Veränderungen im Wein- und Ackerbau, durch die Flächen künftig möglicherweise nicht mehr intensiv genutzt werden können – hier könne Agri-PV neue Chancen eröffnen.
Ein zentrales Thema war der Klimawandel: Verschattung durch PV-Module könne helfen, Pflanzen vor Sonnenstress zu schützen, die Austrocknung der Böden zu verringern und Hitzeschäden an Obst und Beeren zu reduzieren. Damit könne Agri-PV nicht nur zur Energiegewinnung beitragen, sondern auch einen agrarischen Nutzen entfalten.
Im Anschluss entwickelte sich eine lebhafte Diskussion mit zahlreichen Wortmeldungen aus dem Publikum. Viele nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen und eigene Überlegungen einzubringen. Der anwesende Bötzinger Bürgermeister Schneckenburger signalisierte seine Bereitschaft, sich aktiv in das Umlegungsverfahren einzubringen und die Betroffenen an einen Tisch zu holen, um auch die an diesem Abend vorgestellten möglichen Perspektiven zu prüfen.
Nach dem offiziellen Teil klang der Abend bei einem kleinen Umtrunk und weiteren Gesprächen aus. Die Veranstalter zeigten sich sehr zufrieden mit der Resonanz. Die gute Stimmung und das rege Interesse machten deutlich: Das Thema Agri- und Viti-PV trifft in Bötzingen einen Nerv – und könnte ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer CO2-Reduzierung und gleichzeitiger zukunftsfähiger Nutzung von Flächen für Landwirtschaft und erneuerbare Energien sein.
Die Vortragsreihe der Bürgerenergie Kaiserstuhl eG wird fortgesetzt. Informationen sind auf der Website zu finden unter: www.be-kaiserstuhl.de



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