Generalversammlung der BürgerEnergie Kaiserstuhl: Trotz Rekordhitze voller Einsatz für die Energiewende







438 Mitglieder, solide Zahlen, neuer Aufsichtsrat und klare Zukunftsperspektiven
Eichstetten. Ausgerechnet am bislang heißesten Tag des Jahres kamen die Mitglieder der BürgerEnergie Kaiserstuhl eG (BEKA) in der Turn- und Festhalle Eichstetten zur Generalversammlung zusammen. Trotz hochsommerlicher Temperaturen war die Veranstaltung gut besucht – ein deutliches Zeichen dafür, wie groß das Interesse an der regionalen Energiewende und an der weiteren Entwicklung der Genossenschaft ist.
Die Generalversammlung blickte auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück und stellte gleichzeitig die Weichen für die kommenden Jahre. Die Mitglieder verabschiedeten den Jahresabschluss einstimmig und beschlossen erneut eine Dividende von drei Prozent auf die Geschäftsanteile.
Die BEKA erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2025 Umsatzerlöse in Höhe von 61.343 Euro und einen Jahresüberschuss von 16.710 Euro. Mit einer Eigenkapitalquote von rund 97 Prozent verfügt die Genossenschaft weiterhin über eine außergewöhnlich solide finanzielle Basis.
„Jeder Euro, den unsere Mitglieder investieren, bleibt in der Region und arbeitet für die Energiewende vor Ort. Genau das macht Bürgerenergie aus: wirtschaftlich solide handeln und gleichzeitig einen nachhaltigen Mehrwert für unsere Gemeinden schaffen“, sagte Vorständin Tanja Kast.
Auch das Wachstum hält unvermindert an: Zum Jahresende 2025 zählte die Genossenschaft 395 Mitglieder, inzwischen engagieren sich bereits 438 Bürgerinnen und Bürger gemeinsam für die regionale Energiewende. Damit wächst nicht nur das Eigenkapital, sondern auch die regionale Beteiligung und Verantwortung.
Die bestehenden Anlagen erzeugten im vergangenen Jahr 225.879 Kilowattstunden sauberen Strom – ein Plus von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Rechnerisch konnten damit rund 65 Haushalte ein Jahr lang mit regional erzeugtem Ökostrom versorgt werden.
„Unsere Genossenschaft wächst nicht nur bei den Mitgliederzahlen. Wir entwickeln uns organisatorisch und fachlich weiter und schaffen die Voraussetzungen, künftig noch größere Projekte erfolgreich umzusetzen“, sagte Vorstand Klaus Schittenhelm.
Neben der wirtschaftlichen Entwicklung standen auch personelle Entscheidungen auf der Tagesordnung. Bei den turnusmäßigen Neuwahlen wurde Jonathan Knittel zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt. Regina Sexauer übernimmt künftig die Stellvertretung. Dem Aufsichtsrat gehören außerdem Heike Marx, Wolfgang Beck und Harald Henninger an. Die Genossenschaft bedankte sich zugleich bei den ausscheidenden Aufsichtsratsmitgliedern für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement.
Den Blick über das Geschäftsjahr hinaus eröffneten zwei Fachvorträge. Philipp Oswald vom Team Energie Zukunft des Landratsamtes Emmendingen zeigte den aktuellen Stand der Energiewende im Landkreis auf und machte deutlich, welche Aufgaben beim Ausbau erneuerbarer Energien, der Netzinfrastruktur und der regionalen Energieversorgung noch vor der Region liegen.
Anschließend stellte Dr. Benedikt Ortmann von der Firma re:volt Zukunftsperspektiven für Bürgerenergieprojekte vor. Im Mittelpunkt stand das geplante Projekt am Pumpenhaus in Riegel. Er erläuterte, dass sich die Rahmenbedingungen der Energiewirtschaft grundlegend verändern: Batteriespeicher, intelligente Stromvermarktung und regionale Stromnutzung werden künftig eine immer größere Rolle spielen. Große Photovoltaikanlagen müssten stärker mit Speichern und lokalen Verbrauchern kombiniert werden, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Gleichzeitig eröffnen sich dadurch neue Chancen für Bürgerenergiegenossenschaften, regionale Wertschöpfung zu sichern und die Energieversorgung unabhängiger zu gestalten.
„Die Energiewende verändert sich gerade grundlegend. Bürgerenergie wird künftig mehr sein als Photovoltaik – Speicher, intelligente Stromvermarktung und Energy Sharing werden entscheidend. Genau auf diese Entwicklung bereiten wir die BEKA heute vor“, betonte Vorstand Christoph Peters.
Die BürgerEnergie Kaiserstuhl hat sich auf diese Entwicklung bereits eingestellt. Im vergangenen Jahr wurden neue Kompetenzteams gegründet, digitale Arbeitsstrukturen ausgebaut und standardisierte Prozesse für Projektentwicklung und Risikomanagement eingeführt. Damit schafft die Genossenschaft die Grundlage für die nächsten Schritte – von weiteren Photovoltaikprojekten über Energy Sharing bis hin zu Speicherlösungen und kommunalen Energiekonzepten.
Zum Abschluss der Versammlung wurde deutlich: Die Energiewende am Kaiserstuhl lebt vom Mitmachen. Immer mehr Bürgerinnen und Bürger engagieren sich, investieren gemeinsam und übernehmen Verantwortung für ihre Region. Die Generalversammlung machte Mut und zeigte, dass Bürgerenergie weit mehr ist als Stromerzeugung – sie verbindet Menschen, stärkt die Region und gestaltet die Energiezukunft vor Ort.
Ein besonderer Dank galt der Ortsgruppe Eichstetten, die die Generalversammlung mit großem Engagement vorbereitet und organisiert hatte. Trotz der Rekordhitze sorgten die zahlreichen Helferinnen und Helfer für einen rundum gelungenen Abend und eine herzliche Gastfreundschaft.
Comments are closed